Der Darm ist das grösste Immunorgan des Körpers und reicht vom Magen bis zum After. Er verdaut Nahrung, nimmt Nährstoffe auf, produziert Hormone, wehrt Krankheitserreger ab und ist in der Lage, Wasser aufzunehmen und abzugeben.
Wir behandeln folgende Erkrankungen:
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Bei einer Blinddarmentzündung (Appendizitis) ist der Wurmfortsatz (Appendix), ein Anhängsel des Blinddarms, entzündet und verursacht Schmerzen im rechten Unterbauch.
Ursachen
Eine Blinddarmentzündung kann zum Beispiel wegen verhärteten Kots, aber auch aufgrund einer Abknickung entstehen. Eher selten sind Fremdkörper oder Darmwürmer die Ursache für eine Blinddarmentzündung.Symptome
Typische Symptome einer Blinddarmentzündung sind stechende und ziehende Schmerzen zuerst im Mittelbauch und schliesslich vor allem im rechten Unterbauch. Allerdings können sich die Schmerzen auch im linken Unterbauch oder im rechten Oberbauch bemerkbar machen. Vielfach kommen auch noch Symptome wie Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Verstopfung oder Fieber hinzu. Bei einer akuten Blinddarmentzündung werden die Schmerzen beim Gehen vielfach stärker.Behandlung
Bei einer Blinddarmentzündung muss der entzündete Wurmfortsatz (Appendix) in einer Operation, heutzutage meist laparoskopisch, entfernt werden. Selten kann er auch ausschliesslich mit Antibiotika behandelt werden.Prognose
Wird eine Blinddarmentzündung rechtzeitig erkannt und behandelt, heilt sie in der Regel vollständig aus und hinterlässt keine bleibenden Schäden. Wird die Blinddarmentzündung nicht behandelt, kann es zu einem Durchbruch des Darms und damit zu einer lebensgefährlichen Bauchfellentzündung (Peritonitis) kommen. -
Morbus Chron ist eine chronisch entzündliche Erkrankung des Darmtrakts, die meist in Schüben verläuft. Beim Morbus Crohn kann sich die Schleimhaut des gesamten Verdauungstrakts von der Mundhöhle bis zum After entzünden. Am häufigsten sind allerdings der letzte Teil des Dünndarms sowie der Dickdarm befallen.
Ursachen
Die Ursache für Morbus Crohn ist bislang nicht geklärt. Forschende vermuten allerdings, dass die Erkrankung bei einem Teil der Patienten auf ein verändertes Erbgut zurückzuführen ist. Zudem kann Morbus Crohn durch unbekannte Auslöser wie Viren oder Bakterien aktiviert werden. Das Immunsystem reagiert dann stärker als bei gesunden Menschen, was zu einer Entzündung der Darmwand führen kann.Symptome
Zu den ersten Anzeichen für Morbus Crohn gehören Symptome wie Erbrechen, Durchfall und krampfartige Schmerzen im rechten Unterbauch. Vielfach geht eine Gewichtsabnahme mit den Beschwerden einher. Die Symptome von Morbus Crohn beschränken sich allerdings nicht auf den Magen-Darm-Trakt. Immer wieder leiden Betroffene auch unter Schmerzen in den Knie- oder Sprunggelenken, entzündlichen Hautveränderungen, Erschöpfung und Müdigkeit oder Geschwüren der Mundschleimhaut.Behandlung
Die Behandlung hängt von der Schwere der Erkrankung ab. Bei einem akuten Krankheitsschub können Medikamente helfen. Eine Operation ist bei Morbus Crohn meist dann notwendig, wenn Komplikationen wie etwa ein Darmdurchbruch, ein Darmverschluss, schwere Darmblutungen oder konservativ nicht behandelbare Fisteln auftreten.Prognose
Morbus Crohn ist nicht heilbar. Mit der richtigen Behandlung können allerdings die Entzündungsprozesse gebremst, die Beschwerden gelindert und Rückfälle hinausgezögert werden. -
Bei Adhäsionen handelt es sich um Verklebungen und Verwachsungsstränge zwischen Organen, die normalerweise nicht miteinander verbunden sind. Der Körper versucht damit, geschädigte Zellen zu schützen, damit sie wieder heilen können.
Ursachen
In den meisten Fällen sind Adhäsionen die Folge einer Schädigung des Bauchfells. Das kann beispielsweise aufgrund eines chirurgischen Eingriffs oder einer schweren Entzündung im Bauchraum passieren. Eher selten sind Verwachsungen angeboren.Symptome
Bei Adhäsionen kann es zu wiederkehrenden Bauchschmerzen kommen. Auch Verstopfungen, Durchfall, Blähungen, Sodbrennen, Atembeschwerden, Darmlähmungen oder Rückenschmerzen können die Folgen einer Adhäsion sein. Bilden sich etwa zwischen Dünndarmschlingen oder zwischen einer Dünndarmschlinge und der Bauchwand Narbenstränge (Briden), kann es im Extremfall sogar zu einem Darmverschluss kommen.Behandlung
Bei einem Darmverschluss ist eine Operation zwingend nötig. Bei wiederkehrenden starken Beschwerden oder einem unerfüllten Kinderwunsch können die Verwachsungen operativ durchtrennt werden. Dabei besteht allerdings die Gefahr, dass die Operation zu neuen Verwachsungen führt und sich die Beschwerden sogar verschlimmern. Um Operationen zu vermeiden, können auch nichtoperative Therapieformen wie etwa Osteopathie, Ernährungstherapie oder Akupunktur in Erwägung gezogen werden.Prognose
Bei manchen Patienten sind die Verwachsungen so ausgeprägt, dass eine vollständige Lösung aller Adhäsionen nicht möglich ist. In diesem Fall empfiehlt sich eine Schmerztherapie, bei der Betroffene lernen, anders mit ihren Beschwerden umzugehen. -
Unter Darmkrebs (kolorektales Karzinom) versteht man einen bösartigen Tumor des Dick- oder Mastdarms. Meistens entwickelt sich Darmkrebs aus gutartigen Wucherungen der Schleimhaut, so genannten Polypen. In der Regel dauert es bis zu zehn Jahre, bis aus einem Polypen Darmkrebs entsteht. Entsprechend wichtig ist die Früherkennung.
Ursachen
Die genaue Ursache für Darmkrebs ist nicht eindeutig geklärt. Mittels wissenschaftlicher Untersuchungen konnten aber einige Risikofaktoren für eine Darmkrebserkrankung identifiziert werden. Dazu gehören unter anderem Rauchen, Alkohol, Übergewicht oder zu wenig Bewegung. In einigen Fällen kann zudem eine erbliche Belastung für Darmkrebs vorliegen.Symptome
Die Krankheit selbst entwickelt sich in der Regel unbemerkt über Jahre hinweg. Die ersten Hinweise sind dabei meist unspezifisch, schmerzlos und werden als Befindlichkeitsstörung abgetan. Aufmerksam sollte man allerdings bei folgenden Symptomen werden: Blut im Stuhl, Bauchschmerzen, Bauchdrücken, veränderte Stuhlgewohnheiten und unerklärlicher Gewichtsverlust.Behandlung
Darmkrebs ist, rechtzeitig erkannt, heilbar. Deshalb sind Vorsorgeuntersuchungen wie Darmspiegelungen ab 50 Jahren empfehlenswert. Wurde Darmkrebs diagnostiziert, besteht ein wichtiger Teil der Behandlung aus einer Operation, um den Krebs vollständig zu entfernen. Unter Umständen kann eine Bestrahlung oder eine Chemotherapie begleitend zur Operation die Heilungschancen verbessern.Prognose
Je früher Darmkrebs behandelt wird, desto höher sind die Heilungschancen für Betroffene. Wird Darmkrebs in einem frühen Stadium erkannt und therapiert, können nahezu alle Patienten dauerhaft geheilt werden. Bei höheren Erkrankungsstadien ist eine Heilung ebenfalls möglich, hängt jedoch von vielen weiteren Faktoren ab. -
Analkrebs (Analkarzinom) ist eine bösartige Gewebeneubildung im drei bis sechs Zentimeter langen Analkanal, der den Darm mit dem After verbindet.
Ursachen
Analkrebs lässt sich in rund 85 Prozent aller Fälle mit humanen Papillomviren in Verbindung bringen. Dabei handelt es sich um eine Geschlechtskrankheit, die in Hochrisiko- und Niederrisikotypen aufgeteilt wird. Die Niederrisikotypen erhöhen das Krebsrisiko kaum und führen eher zu gutartigen Wucherungen. Die Hochrisikotypen lassen sich häufig bei Analkrebs, aber auch bei Gebärmutterhalskrebs und anderen Tumoren des Genitalbereichs nachweisen.Symptome
Blutauflagerungen auf dem Stuhl, Schmerzen beim Stuhlgang, ein Fremdkörpergefühl, Juckreiz im Analbereich, Veränderung des Stuhlverhaltens sowie vergrösserte Leistenlymphknoten können Anzeichen für ein Analkarzinom sein.Behandlung
Eine gängige Behandlungsform ist die simultane, kombinierte Strahlenchemotherapie. Bestrahlt werden neben dem Tumorgebiet im Becken beide Leisten, da es dort zu Lymphknotenmetastasen kommen kann. Verschwindet der Tumor durch die kombinierte Radiochemotherapie vollständig, ist keine Operation notwendig.Prognose
Die Fünf-Jahres-Überlebensrate von Analkarzinom-Patienten nach der Erstdiagnose beträgt zwischen 70 und 90 Prozent. Über 80 Prozent der Betroffenen sind zudem nicht auf einen künstlichen Darmausgang angewiesen. -
Bei der Colitis ulcerosa handelt es sich um eine entzündliche Dickdarmerkrankung, die häufig vom Mastdarm ausgeht und sich von da aus auf den gesamten Dickdarm ausbreiten kann. Männer und Frauen erkranken ungefähr gleich häufig an Colitis ulcerosa. Meist zeigen sich die Beschwerden erstmals im Alter zwischen 25 und 35 Jahren.
Ursachen
Wie bei den meisten chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen ist auch die Ursache von Colitis ulcerosa bisher nicht bekannt. Die genetische Veranlagung scheint eine Rolle zu spielen, ist aber gemäss aktuellem Forschungsstand nicht der Auslöser für den Ausbruch. Ernährung, Infektionen und ein gestörtes Immunsystem können zur Entstehung der Krankheit beitragen.Symptome
Ähnlich wie beim Morbus Crohn reichen die Symptome von blutigem, schleimigem Durchfall über sehr viele kleine Stuhlentleerungen, krampfartige Bauchschmerzen bis hin zu andauerndem, schmerzhaftem Stuhldrang.Behandlung
Die Colitis ulcerosa verläuft meist in Schüben. Wie diese behandelt werden, hängt unter anderem vom Schweregrad der Erkrankung ab. Bei einem milderen Verlauf, in dem nur der letzte Abschnitt des Dickdarms betroffen ist, können unter anderem entzündungshemmende Zäpfchen Linderung bringen. Bei schweren Ausprägungen können während Akutphasen unter anderem intravenös verabreichte Kortisonpräparate nötig werden. Häufig müssen immunsupprimierende Medikamente langfristig eingenommen werden. Durch eine operative Entfernung des Dickdarms, gegebenenfalls auch unter Mitnahme des Enddarms, kann die Erkrankung aber geheilt werden.Prognose
Colitis ulcerosa ist derzeit nur durch eine teilweise oder eine gesamthafte Entfernung des Dickdarms heilbar. Das wird vor allem dann in Erwägung gezogen, wenn ein Patient nicht oder nicht ausreichend auf die medikamentöse Behandlung bei Akutschüben anspricht. Da Patienten, die unter Colitis ulcerosa leiden, anfälliger für Darmkrebs sind, werden regelmässige Darmspiegelungen zur Vorsorge empfohlen.